Systemisches Mastzellaktivierungssyndrom MCAS

Alles rund um das Thema MCAS

Was ist MCAS? 

Das Mastzellaktivierungssyndrom:

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine: Chronische Magen-Darm-Grippe, Fieber, Glieder- und Knochenschmerzen und neigen zu Depressionen. Reagieren allergisch (anaphylaktisch) auf (alle) Lebensmittel, Medikamente, Hitze, Kälte, Bewegung, Belastung, Stress und Duftstoffe. Sind immer erschöpft. Das ist MCAS.

Mastzellen, die ein Teil des Immunsystems sind - und die Aufgabe haben den Organismus vor Krankheit zu schützen, sind hyperaktiv und schütten dauerhaft zu viele Botenstoffe aus -  über 200, darunter u. a. Histamin und Heparin.

Dadurch reagiert der MCAS Erkrankte auf vieles dauerhaft wie allergisch: Lebensmittel und andere Inhaltstoffe, Getränke, Medikamente, Duftstoffe, Stress, Hitze, Kälte, psychischer Stress z. B. Prüfungen, körperliche Belastung. Dadurch, dass der Erkrankte praktisch auf „Alles“ reagiert, ist der Betroffene stark eingeschränkt, kann vieles nicht essen, Depressionen werden getriggert oder ausgelöst, neigt zu ständig allergischen Reaktionen. Die Nächte sind von Hitze, Übelkeit und Schmerzen geprägt, der Schlaf ist schlecht. 

Die Nebennieren müssen immer mit einer Cortisolproduktion gegensteuern und es kommt zur Dauererschöpfung mit Schmerzen, Schlaflosigkeit und langen Nächten. Denn dann ist der Cortisolspiegel, der Antagonist vom Histamin im niedrigen Level und es geht dem Erkrankten noch schlechter. Erst nach guter Medikamente-Einstellung und einer konsequent histaminarmen Kost verbessert sich der Zustand langsam. 

Die Krankheit bleibt, es kommt immer wieder zu Schüben, unter denen der MCAS Erkrankte leidet. Typisch bei zu viel Histamin ist ein rotes Gesicht und Dekolleté (Flush) mit Urtikaria (Nesselfieber). Es geht den Erkrankten dauerhaft schlecht.  

Das „Systemische Mastzellaktivierungssyndrom MCAS“:

Wie der Name es schon sagt, ist MCAS eine systemische Erkrankung, es betrifft den gesamten Organismus. Man geht davon aus, dass ca. 5 % bis 17 % der Bevölkerung in Deutschland von einem Mastzellaktivierungssyndrom betroffen sind.

Mastzellen, die sich auch im gesunden Körper befinden, sind bei einem MCAS Erkrankten hyperaktiv und schütten übermäßig viele Botenstoffe aus, die verschiedene Probleme verursachen, wie z. B. das zu allergischen Reaktionen führende Histamin. Das kann soweit führen, dass es zur Anaphylaxie, der schwersten Form der Allergie kommen kann. Diese kann unbehandelt zum Tod führen.

Betroffene, die zu Anaphylaxien neigen, sollten immer ein Notfallset mit einem Adrenalinpen, flüssigem Kortison und Antihistminika mit sich führen.

Es werden verschiedene Medikamente und eine histaminarme Kost eingesetzt. Der Betroffene ist stark eingeschränkt und benötigt dringend Medikamente, die es zurzeit noch nicht gibt. In Bonn forscht Prof. Dr. G. J. Molderings zu MCAS und einem neuen Medikament.

Es gibt verschiedene Formen (Untergruppen) der Mastzellaktivierungserkrankungen MCAD:

  • Systemische Mastozytosen SM (Mastzellen mit einer aktivierenden Mutation. Mastozytosen entweder kutan = Hautbeteiligung oder systemisch, dann ist der gesamte Organismus betroffen. Extrem selten entsteht eine Mastzelleukämie = Blutkrebs MCL) Bei der Diagnostik der SM wird eine Knochenmarkbiopsie aus dem Becken entnommen.
  • 5 % bis 17 % der Bevölkerung in Deutschland sind schätzungsweise von MCAS betroffen. MCAS kommt häufiger vor als die Systemischen Mastozytosen SM.
  • Das sekundäre MCAS: Aktivierung der Mastzellen statt Wachstum.
  • Monoklonales MCAS (Zwischenform zwischen Mastozytose und Mastzellaktivierungssyndrom)
  • Das idiopathische MCAS (Nicht herleitbar, was das Systemische Mastzellaktivierungssyndrom ausgelöst hat)


Erkrankungen die bei einem MCAS (häufiger) vorkommen können, nicht müssen:


  • Fibromyalgie
  • Ehlers Danlos Syndrom
  • Autoimmunerkrankungen
  • MCS - Multiple Chemikalien Sensitivität
  • ME/CFS - Myalgische Enzephalomyelitis / Chronic Fatigue Syndrom
  • Endokrine Tumore
  • POTS - Postulares orthostatisches Tachykardiesyndrom


Mögliche Auslöser für ein MCAS:


  • Allergien
  • Autoimmunerkrankungen
  • endokrine Tumore
  • Viren
  • Bakterien (Borreliose, Bartonellen)
  • Schimmelbelastung
  • Toxinbelastung
  • Nicht erkannte, unbehandelte Erkrankungen