Systemisches-Mastzellaktivierungs-Syndrom

Alles rund um das Thema MCAS

MCAS - Das Mastzellaktivierungssyndrom


Stellen Sie sich vor Sie haben eine:

Chronische Magen-Darm-Grippe, Fieber, Glieder- und Knochenschmerzen und neigen zu Depressionen. Reagieren allergisch (anaphylaktisch) auf (alle) Lebensmittel, Medikamente, Hitze, Kälte, Bewegung, Belastung, Stress und Duftstoffe. Sind immer erschöpft. Das ist MCAS.

Der MCAS Erkrankte reagiert auf vieles: Lebensmittel und andere Inhaltstoffe, Getränke, Medikamente, Duftstoffe, Stress, Hitze, Kälte, psychischer Stress z. B. Prüfungen, körperliche Belastung. Dadurch, dass man praktisch auf „Alles“ reagiert, ist man stark eingeschränkt, kann nicht alles essen, Depressionen werden getriggert oder ausgelöst, neigt zu ständig allergischen Reaktionen.

Die Nebennieren müssen immer mit einer Cortisolproduktion gegensteuern und es kommt zur Dauererschöpfung mit Schmerzen, Schlaflosigkeit und langen Nächten. Denn dann ist der Cortisolspiegel, der Antagonist vom Histamin im niedrigen Level und es geht dem Erkrankten noch schlechter. Erst nach guter Medikamente-Einstellung und einer konsequent histaminarmen Kost verbessert sich der Zustand langsam. Die Krankheit bleibt, es kommt immer wieder zu Schüben, unter denen der MCAS Erkrankte leidet. Typisch bei zuviel Histamin ist ein rotes Gesicht und Dekolleté (Flush) mit Urtikaria (Nesselfieber).

Das „Systemische Mastzellaktivierungssyndrom MCAS“:

Wie der Name es schon sagt, ist MCAS eine systemische Erkrankung, es betrifft den gesamten Organismus. Man geht davon aus, dass ca. 5 % bis 17 % der Bevölkerung in Deutschland davon betroffen sind.

Mastzellen, die sich auch im gesunden Körper befinden, sind bei einem MCAS Erkrankten hyperaktiv und schütten übermäßig viele Botenstoffe aus, die verschiedene Probleme verursachen, wie z. B. das zu allergischen Reaktionen führende Histamin. Das kann soweit führen, dass es zur Anaphylaxie, der schwersten Form der Allergie kommen kann. Diese kann unbehandelt zum Tod führen.

Betroffene, die zu Anaphylaxien neigen, sollten immer ein Notfallset mit einem Adrenalinpen, flüssigem Kortison und Antihistminika mit sich führen.

Es werden verschiedene Medikamente und eine histaminarme Kost eingesetzt. Der Betroffene ist stark eingeschränkt und benötigt dringend Medikamente, die es zurzeit noch nicht gibt. In Bonn forscht Prof. Dr. G. J. Molderings zu MCAS und einem neuen Medikament.

Es gibt verschiedene Formen (Untergruppen) der Mastzellaktivierungserkrankungen MCAD:

  • Systemische Mastozytosen SM (Mastzellen mit einer aktivierenden Mutation. Mastozytosen entweder kutan = Hautbeteiligung oder systemisch, dann ist der gesamte Organismus betroffen. Extrem selten entsteht eine Mastzelleukämie = Blutkrebs MCL) Bei der Diagnostik der SM wird eine Knochenmarkbiopsie aus dem Becken entnommen. Ich habe eine Knochenmarkbiopsie machen lassen und zu Prof. Dr. med. Horny und Prof. Dr. med. Kirchner in die LMU nach München zur Untersuchung schicken lassen um Mastozytose auszuschließen.
  • 5 % bis 17 % der Bevölkerung in Deutschland sind schätzungsweise von MCAS betroffen. MCAS kommt häufiger vor als die Systemischen Mastozytosen SM.
  • Das sekundäre MCAS (Aktivierung der Mastzellen statt Wachstum,  z. B. durch  Allergien oder anderen Erkrankungen, z. B. Autoimmunerkrankungen)
  • Monoklonales MCAS (Zwischenform zwischen Mastozytose und Mastzellaktivierungssyndrom)
  • Das idiopathische MCAS (Nicht herleitbar, was das Systemische Mastzellaktivierungssyndrom ausgelöst hat)


Zu den möglichen Ursachen des MCAS gehören:      

  • Allergene - Lebensmittel und Umwelt
  • Bakterielle Infektionen
  • Pilzinfektionen
  • Virusinfektionen
  • Schimmelpilz-Krankheit
  • Toxin-Belastung
  • Andere Erkrankungen die nicht behandelt sind und dadurch ein MCAS auslösen


Erkrankungen die sich mit MCAS vergesellschaften können, nicht müssen:

  • Mehrfache chemische Sensitivität (MCS)
  • Fibromyalgie
  • Hyperkoagulation
  • Autoimmun Erkrankungen
  • ME/CFS (chronisches Müdigkeitssyndrom)
  • Reizdarmsyndrom (IBS), bakterielle Überbesiedelung des Dünndarms (SIBO), Leaky-Down- Syndrom
  • Schimmelpilz-Krankheit
  • Ehlers-Danlos Hypermobilität
  • POTS/Dysautonomie
  • Chronische Borreliose
  • Reizdarmsyndrom (IBS), bakterielle Überbesiedelung des Dünndarms (SIBO), Leaky-Down- Syndrom


Mastzellen degranulieren und über 200 Botenstoffe werden freigesetzt. Auslöser - Trigger dafür sind u. a.

  • Medikamtente
  • Lebensmittel
  • Alkohol
  • Kälte
  • Hitze
  • Gerüche/Duftstoffe/Salicylate
  • Stress
  • Sport
  • Belastung
  • Bewegung
  • Psychische Belastung
  • Kosmetika/Salicylate/Duftstoffe/Reinigunsgmittel
  • Beduftung in öffentlichen Räumen
  • Insektenstiche


Labordiagnostik

  • Tryptase, Serum (gekühlt)
  • Prostaglandin DR, Zufalls- und 24-Stunden-Urin (gekühlt)
  • Chromogranin A, Serum (gekühlt)
  • N-Methylhistamin, Zufalls- und 24-Stunden-Urin (gekühlt)
  • Prostaglandin D, Plasma (gekühlt)
  • Leukotrien E4, Zufalls- und 24-Stunden-Urin (gekühlt)
  • Histamin, Plasma (gekühlt)


Zum Diagnostikverfahren geht es hier: